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Tipps aus der Praxis

An kleinen Beispielen wollen wir Ihnen zeigen, was während einer logopädischen Therapie alles passieren kann. Die einfachen Übungen haben übrigens auch auf gesunde Stimmen verblüffende Wirkungen. Probieren Sie es aus!


Stimmentlastung: Heute schon gegähnt?

"Wieso gegähnt?" werden Sie vielleicht fragen. "Gähnen in der Therapie?" Versuchen Sie es selbst einmal. Nach einem anstrengenden Tag, einem langen Gespräch oder bei regelmäßiger Stimmbelastung können Sie durch absichtliches, ausgiebiges Gähnen Kiefer, Hals und Kehlkopf entlasten und ihrer Stimme wieder spürbar Kraft und Tragfähigkeit geben.


Aussprache: "Nimm doch mal den Korken aus dem Mund"

Sind Sie schon einmal auf eine undeutliche Aussprache hingewiesen worden? Lesen Sie einen kurzen Text laut vor. Lesen Sie entweder einem Partner vor oder zeichnen Sie Ihre Stimme auf. Nehmen Sie dann einen Korken zwischen die Zähne und lesen denselben Text noch einmal. Nehmen Sie den Korken heraus und lesen ein letztes Mal vor. Beurteilen Sie nun gemeinsam oder mithilfe der Aufzeichnung das Ergebnis. Sie werden staunen, wie unterschiedlich Stimme und Aussprache vor und nach dem Korkentest klingen!


Kneten hilft beim Sprechen lernen

In der Therapie mit Kindern berücksichtigen wir, dass Vorrausetzung für eine normale Sprachentwicklung verschiedene "Bausteine" wie Wahrnehmung oder Fein- und Grobmotorik sind. Bei der Behandlung unserer kleinen Patienten orientieren wir uns an deren jeweiligem Entwicklungsstand.

Beim Spielen mit Knete macht ein Kind wichtige Erfahrungen. Es kann neue Berührungen und Wahrnehmungen erleben. Die Feinmotorik von Händen und Fingern wird unterstützt. Das spielerische Kneten fördert eine deutlichere Artikulation, da das hirnorganische Zusammenspiel von Fingermotorik und Sprechen angeregt wird.


Es darf gestottert werden!

Erschrecken Sie nicht! Natürlich verstehen wir, dass Eltern eines stotternden Kindes besorgt und verunsichert sind. Wir wissen jedoch: In der Behandlung von Vorschul- und Schulkindern sowie von Erwachsenen mit Stottersymptomen ist der bewusste Umgang mit Stottern ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Behandlungsziel. Bewusstes Stottern hilft, die Angst vorm Sprechen zu verringern, und soziale Ängste abzubauen. Es fördert außerdem den Aufbau einer adäquaten Sprechtechnik.